Ich wusste, dass es bei der letzten Frage um die Emotionen des Publikums ging. Ich stammelte eine schnelle Antwort, dann folgte schon die nächste Frage, und die nächste. Nach dem Interview saß ich auf meinem Sofa, sah den Vögeln draußen am Vogelhäuschen zu, und meine Gedanken wanderten zu jener einen grundlegenden Frage zurück.
Wie fühlt es sich wirklich an? Zweifellos berührte das den Kern der ganzen Angelegenheit, das, was alle wissen wollen. Seit Jahren reiht sich eine abstrakte Theorie über Spiritualität an die andere, und alle hörten sich gut an, vor allem, wenn man spät in der Nacht angeregt über den Sinn des Lebens diskutierte. Und für eine Weile genügte uns diese Art von Information.
Doch jetzt haben wir einen Gang hochgeschaltet. Man kann es spüren. Es genügt uns nicht länger, auf der intellektuellen Ebene zu spekulieren. Wir wollen spirituelles Wissen, das sich unmittelbar auf unsere Alltagsprobleme anwenden lässt. Wir möchten erfahren, wie unsere Ziele und Lebensherausforderungen dadurch beeinflusst werden. Wir möchten erfahren, wie die spirituellen Erkenntnisse unser Denken verändern.
Es ist ziemlich offensichtlich, warum dieser Wandel gerade jetzt stattfindet. Gegenwärtig ereignen sich auf der Welt große demografische und soziale Veränderungen. Das durchschnittliche Alter der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen steigt rapide, wodurch bestimmte existenzielle Fragen an Dringlichkeit gewinnen. Die Weltlage spitzt sich zu und scheint immer mehr außer Kontrolle zu geraten, Aufstände und Regimewechsel zeichnen sich am Horizont ab, die anscheinend alle auf einen drohenden atomaren Showdown hinauslaufen. Am bedrückendsten ist die menschengemachte Finanzkrise, die unsere wirtschaftliche Situation weiterhin beunruhigend instabil erscheinen lässt, auch wenn manche denken, das Schlimmste sei vorbei.
In diesen Zeiten wünschen wir uns reale und praktisch anwendbare spirituelle Durchbrüche, mit konkreten Lösungen für die Welt, in der wir leben müssen. Vor allem sollte es möglich sein, dass wir uns „diese Wahrheiten selbst beweisen“ können, und zwar im Alltag. Schluss mit bloßen Phantastereien!
Für mich erwies sich dieses Radiointerview als richtungsweisend. Von da an war die praktische Anwendbarkeit die Richtschnur, die ich benutzte, um zu beurteilen, ob die Zwölfte Erkenntnis -- als ein in der ganzen menschlichen Kultur sich vollziehender spiritueller Durchbruch -- tatsächlich stattfindet.
Die Beweise ließen nicht lange auf sich warten. Am nächsten Morgen erwachte ich mit dem Gedanken an ein ganz praktisches Problem. Unser geliebter Hund Bell wurde alt, und wir mussten einen anderen Wachhund finden. Wir wohnen mitten in einem großen Wald voller Kojoten und manchmal auch Bären. Daher benötigen wir einen Hund, der uns vor diesen neugierigen Tieren warnt, bevor sie uns zu nahe kommen.
Als wir das letzte Mal auf der Suche nach einem geeigneten Hund gewesen waren, hatten wir systematisch alle Tierheime in der Region abgeklappert, ohne Erfolg. An jenem Morgen sandte ich also eine kleine Gebets-Absichtsbekundung aus, mit der Bitte um Hilfe. Dann wandte ich mich, ohne weiter darüber nachzudenken, meinen täglichen Aufgaben zu. Eilig brach ich zu einem Termin auf, der nichts mit Hunden zu tun hatte. Rasch verschwand das Problem aus meinem Bewusstsein.
Doch als ich ins Auto gestiegen war und den Hügel hinauffuhr, der vor unserem Haus liegt, sah ich mich vor meinem inneren Auge plötzlich die örtliche Tierhandlung aufsuchen. Ich verwarf den Gedanken sofort. Wenn ich dort Zwischenstation machte, würde ich zu spät zu dem Termin kommen. Wahrscheinlich wurden an diesem Tag sowieso keine Wachhunde angeboten. Ich konnte den Besuch dort also ruhig auf später verschieben.
Dennoch hielt ich dankbar inne und erinnerte mich, was in solchen Fällen zu tun war: Ich stellte mir die Frage, warum dieser Gedanke gerade jetzt aufgetaucht war. Es lag nicht daran, dass ich die Tierhandlung gesehen hatte. Ich würde erst nach fast zwei Kilometern an ihr vorbeikommen. Und ich hatte mich gedanklich mit dem bevorstehenden Termin beschäftigt und nicht mit der Suche nach einem Hund. Der Gedanke war „aus heiterem Himmel“ in mein Bewusstsein gesprungen. So gelangte ich zu dem Schluss, dass es sich um eine echte intuitive Botschaft handeln musste, einen Augenblick spiritueller Führung. Es schien mir daher ratsam, schnell einen Blick in den Laden zu werfen, um herauszufinden, was es mit dieser Botschaft auf sich hatte.
Als ich die Tierhandlung betrat, fiel mein Blick sofort auf eine etwa ein Jahr alte Labrador-Mischlingshündin. Ich spürte eine tiefe Gewissheit, dass sie der Hund war, nach dem wir suchten. Wir tauften sie Ginger, und sie entpuppte sich als wahrer Schatz. Sie ist kinderlieb, und es gibt keinen besseren Wachhund als sie.
Auch muss ich sagen, dass ich nicht mehr derselbe bin, seit ich dieser intuitiven Botschaft gefolgt bin. Natürlich hatte ich auch vorher schon Intuitionen, die sich als richtig erwiesen. Manche warnten mich, wenn eine Krise im Zusammenhang mit einem unserer Kinder drohte. Eine veranlasste mich, Minuten vor einem Autounfall den Sicherheitsgurt anzulegen. Und ich wette, dass auch Sie schon wichtige Vorahnungen hatten, denen zu folgen sich für Sie auszahlte.
Nein, die Bewusstseinsveränderung hatte nichts damit zu tun, dass ich vorher an der Gültigkeit meiner Intuition gezweifelt hätte. Die Erkenntnis bestand vielmehr darin, dass die intuitive Führung nicht bloß besonders schwierigen oder gefährlichen Situationen vorbehalten ist. Sie steht uns auch für ganz alltägliche Angelegenheiten zur Verfügung -- vorausgesetzt, wir tun diese intuitiven Botschaften nicht mit einem Achselzucken ab und ignorieren sie.
Als ich mich später zu diesem Thema im Internet umschaute, gelangte ich schnell zu dem Schluss, dass viele, viele Menschen heute ihre Intuition ernster nehmen und sie in allen Lebensbereichen praktisch anwenden. Wir sind tatsächlich dabei, einen Teil unseres geistigen Lebens bewusst zu integrieren, der immer schon da war und darauf wartete, dass wir ihn endlich besser nutzen. Das ist ein wichtiger Bestandteil der Zwölften Prophezeiung, und es geschieht wirklich!
In unserem ersten Countdown-Artikel habe ich darüber geschrieben, wie wichtig die Wahrheit ist, und hier in diesem zweiten Artikel war das Thema unsere Intuition und die wichtigen synchronistischen Fügungen, die sich ereignen können, wenn wir unseren intuitiven Botschaften folgen. Doch Sie werden entdecken, dass es noch weitere Integrationen gibt, die uns zur Zwölften Erkenntnis hinführen: die Befolgung einer Ethik, die es ermöglicht, dass das Karma die nötigen Veränderungen in unserem Dasein bewirkt, eine Hinwendung zum Einssein, die alle unsere zwischenmenschlichen Beziehungen beleben wird, und ein besonderer Einfluss, dem das Potenzial innewohnt, alle drängenden Probleme zu lösen, die der Menschheit heute zu schaffen machen.
Auf der persönlichen Ebene greifen alle diese Integrationen ineinander und verhelfen uns zu einer neuen Gewissheit und Zuversicht, unser Leben meistern zu können.
Wie fühlt sich die Zwölfte Erkenntnis also an? Sie bringt uns ein Gefühl der Klarheit.
